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Der Name Eicher ist vielen noch ein Begriff. Den einst hoch innovativen
Traktor- und Landmaschinenhersteller aus dem bayerischen Forstern gibt es
heute schon lange nicht mehr, aber er hat ein wichtiges Kapitel der
Magirus-Deutz Geschichte mitgeschrieben.
Denn Anfang der 1960er Jahre glaubte man bei Eicher, auch ins Lkw-Geschäft einsteigen zu können. Zunächst experimentierten die Eicher-Ingenieure etwas und brachten mit dem „FarmExpress“ eine leichte Straßenzugmaschine mit einem selbst entwickelten Fahrgestell auf den Markt, auf das der Einfachheit halber aber das Fahrerhaus des Tempo Matador montiert wurde. |
| Später folgte eine Kabine von OM aus Italien und das Programm wurde auch auf kleine Kipper und Sattelzugmaschinen ausgeweitet. Sehr erfolgreich war Eicher mit seinen neuen Leicht-Lkw allerdings nicht, was einen nachvollziehbaren Grund hatte: Wer einen Lkw kaufen wollte, ging nicht zum Landmaschinenhändler, und ein Vertriebs- und Werkstätten-Netz für Lastwagen hatte Eicher nicht. | |
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Den ersten Schritt zum Erfolg machte Eicher 1965: Mit dem „TransExpress“ kam ein weiteres Lkw-Modell auf den Markt, für das Eicher sogar ein eigenes Fahrerhaus mit einer modernen, kantigen und schlichten Linienführung entworfen hatte. Noch aber haperte es nach wie vor am fehlenden Händlernetz. Gleichzeitig stand man bei Magirus-Deutz in Ulm vor dem Problem, dass die Kunden zunehmend nach preisgünstigen, leichten Frontlenkern für den Stadtverkehr verlangten, man aber einerseits nur Haubenwagen oder die in der Fertigung vergleichsweise teure D-Kabine der schwereren Modelle im Angebot hatte und andererseits in der Gewichtsklasse unter 7,5 Tonnen gar nicht vertreten war. |
| Daher lag eine Kooperation der beiden Hersteller nahe. Das erkannten auch die Verantwortlichen in Ulm und Forstern. In der Folge wurde das Design der Eicher-Kabine den großen Magirus-Deutz Frontlenkern angepasst, das Fahrwerk mit bewährter Großserien-Technik von Magirus-Deutz verbessert, und auf der Antriebsseite ersetzten luftgekühlte Deutz-Motoren die entsprechenden Eicher-Aggregate. 1967 war Marktpremiere des kleinen Gemeinschaftsprodukts, das zwar weiterhin bei Eicher gefertigt wurde, aber mit dem klangvollen Namen Magirus-Deutz ausgestattet auf der Frankfurter IAA und bei den zahlreichen Magirus-Deutz Händlern stand. | |
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Zunächst gab es nur den
Magirus-Deutz 70D6 mit 70 PS aus einem Reihen-Vierzylinder der Baureihe
F4L812D und einem zulässigen Gesamtgewicht von 5,99 Tonnen. Erhältlich war
der Wagen als Fahrgestell für die verschiedensten Aufbauten und als Kipper.
Anfang 1968 stieg die Leistung mit der Motorenbaureihe F4L912 auf 75 PS und
danach ging es richtig aufwärts: Ab Ende 1969 schaffte der
Vierzylinder-Motor 80 PS und zusätzliche Varianten mit Sechszylinder-Motoren
der Baureihe F6L912 und 110 PS kamen auf den Markt. Bei den Nutzlasten
ergänzten Modelle mit 6,6; 7,49 und 8,0 Tonnen das Programm. 1971
schließlich stieg die Leistung der Sechszylinder-Typen auf 120 PS, es waren
auch Sattelzugmaschinen zu haben und der 120D9 rundete das Angebot nach oben
ab.
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Als bei Magirus-Deutz die neue Werbekampagne mit den „Deutschen Bullen“ anrollte, taufte man die leichten Lkw auf den flotten Namen „City-Bullen“. Gebaut wurden sie bis 1972 bei Eicher und dann bis einschließlich 1976 bei Magirus-Deutz in Ulm; die Stückzahlen gingen in die Zehntausende. Gegen Ende ihrer Bauzeit Mitte der 70er Jahre schwächelten die leichten Lkw zwar ein wenig im Verkauf, denn mit einer nicht kippbaren Kabine, in der es im Konkurrenzvergleich auch ein wenig eng zu ging, tat sich der „Eicher“ zunehmend schwerer auf dem Markt. |
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Der Erfolg der
„City-Bullen“ war aber dennoch beträchtlich und ging weit über die
objektiven Verkaufszahlen hinaus. Denn einerseits spülte der kleine Lkw
genau in jener Zeit Liquidität in die Ulmer Kassen, in der zahlreiche
Konkurrenten wie etwa Krupp, Hanomag-Henschel und Büssing untergingen. Und
andererseits ermöglichte er Magirus-Deutz auch den Einstieg in die leichte
Gewichtsklasse. Als 1975 mit dem Vierer-Club MK das Nachfolgemodell
startete, war Magirus-Deutz dank des „Eicher“ bereits eine feste Größe in
der leichten Gewichtsklasse und die neue Baureihe konnte zu einem noch viel
größeren Erfolg werden.
Die Erfolgsgeschichte des MK können Sie hier nachlesen... |