IVECO TurboStar 190-48 T "Scuderia Ferrari"

Als Beispiel für ein etwas ausgefallenes IVECO-Modell, möchten wir Ihnen hier ein Service-Fahrzeug aus der Formel 1 vorstellen. Der Modellbausatzhersteller Revell aus Bünde in Westfalen arbeitet schon sehr lange mit Italeri in der Nähe von Bologna zusammen, sodass es möglich wurde, im Jahre 2001 wieder einen IVECO-Bausatz herauszubringen. Das Modell ist allerdings nicht mehr erhältlich.

Frontansicht (Klicken für hohe Auflösung, ca. 400 kB)

Die Sattelzugmaschine stammt ursprünglich aus der Entwicklung von Italeri und wurde in insgesamt zwei ähnlichen Varianten als Solo-Fahrzeug auf den Markt gebracht. Es handelt sich dabei um die Italeri-Bausätze Nr. 782 "IVECO TurboStar" (silber) und Nr. 796 "IVECO TurboStar II" (weiß), die regulär schon sehr lange nicht mehr erhältlich sind. Beide Modelle sind bis auf die Abziehbilder praktisch identisch, wobei der sog. TurboStar II (Modell 796) modernere Deco-Streifen aufweist, mit denen der TurboStar bis zu seiner Ablösung durch den EuroStar 1993 erhältlich war. Beide Bausätze basieren ähnlich wie in der Realität auf der T-Reihe, die es ebenfalls in Form mehrerer Italeri-Bausätze gab, s. Liste unter "Modellbau"

Der Auflieger ist als Service-Auflieger für Renn-Teams ausgelegt, zweiachsig, luftgefedert. Die Hecktüren bzw. das für derartige Auflieger typische Rolltor ist nur angedeutet und daher nicht zu öffnen. Der Auflieger wurde auch nicht eigens für das IVECO-Modell entwickelt, sondern wird noch für eine ganze Reihe anderer "Renn-Züge" mit anderen Sattelzugmaschinen verwendet. Dennoch ergibt die Modellkombination ein imposantes Gespann, das die Bauzeit und den Aufwand auf jeden Fall Wert ist.

Gekipptes Fahrerhaus (Klicken für hohe Auflösung, ca. 400 kB)

Für den Ferrari-TurboStar wurde der o.g. Bausatz unverändert übernommen. Er verfügt über den Fiat-Motor 8280.22, einen V8-Dieselmotor mit je einem Turbolader pro Zylinderreihe, 17173 ccm Hubraum und einer Nennleistung von 353 kW (480 PS). Der Motor ist sehr gut detailliert und paßgenau. Beim Verlauf der Abgasrohrführung ist allerdings etwas von der Realität abgewichen worden: Die bei den TurboStar-Bausätzen verwendete Lage der Turbolader (Laufzeug-Achse parallel zur Fahrzeuglängsachse) hat es bei den im TurboStar eingesetzten V8-Motoren des Typs 8280 nach unserer Recherche nicht gegeben. Da der TurboStar-Bausatz aber auf den T-Reihe-Bausätzen basiert, wurde diese Rohrführung wohl von dort übernommen. Allerdings ist auch bei dieser IVECO-Baureihe die genannte Rohrführung nur in der ersten Zeit der Markteinführung verwendet worden und wurde noch während der Laufzeit der T-Reihe durch eine Ausführung ersetzt, bei der die Turbolader um 90 Grad gedreht wurden und so eine einfachere (vermutlich auch strömungsgünstigere) Lage erhielten.

Die hintere Achsaufhängung ist blattgefedert, das Fahrzeug hat also nur die Typenbezeichnung "T" und nicht "PT", wie im Falle einer Luftfederung. Außer den Ferrari-Abziehbildern und der Italeri-eigenen guten Detaillierung verfügt das Modell über keine Besonderheiten, allerdings ist es bei den nicht in jüngster Zeit entwickelten Italeri/Revell-Modellen üblich gewesen, eine lenkbare Vorderachse und ein kippbaren Fahrerhaus zur Präsentation des Motors im Bausatz umzusetzen. So ist es auch bei diesem Modell. Ergänzend sei noch erwähnt, dass die Wartungsklappe zum Öffnen ausgeführt ist und - wie beim TurboStar in der Realität - erst geöffnet werden sollte, bevor das Fahrerhaus gekippt wird, sonst nimmt diese Schaden am Stoßfänger.

Heckansicht (Klicken für hohe Auflösung, ca. 400 kB)   Sattelzugmaschine solo, Heckansicht (Klicken für hohe Auflösung, ca. 400 kB)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bautips für die IVECO-Bausätze von Italeri/Revell:

Sollte noch jemand einen TurboStar oder T-Reihe-Bausatz besitzen und diesen demnächst bauen wollen, sind folgende Tips sicher hilfreich:

Vorderachse:

Achten Sie unbedingt auf die zwar sehr maßgenaue aber daher auch äußerst filigrane Ausführung der Vorderachse. Alle IVECO-Bausätze verfügen über das gleiche Fahrgestell und damit auch über diese Vorderachse. Bei unliebsamer Behandlung brechen einzelne Teile sehr schnell und sind kaum reparabel. Im schlimmsten Fall passiert dies bereits während des Baus. Sind die Räder bereits montiert, gilt dies besonders, weil dann ziemliche Gewichte an der Achskonstruktion "zerren". Legen Sie daher für die Zeit des Zusammenbaus nach erfolgter Radmontage z.B. eine kleine Holzleiste o.ä. unter die Vorderachse, sodass die Räder in der Luft hängen und so die Achse vollständig entlastet wird.

Lackierung des Chassis:

Insbesondere beim Ferrari-TurboStar ist die Lackierung des Chassis eigentlich unerläßlich, da diverse Anbauteile wie Tank, Luftkessel und Luftfiltergehäuse in strahlend weißem Kunststoff ausgeführt sind, während der Rest des Chassis incl. Motor schwarz ist. Verwenden Sie eine Airbrush, dann sollten Sie alle weißen Teile vor dem Ankleben an den Rahmen matt schwarz spritzen (Grundierung), dann am Rahmen befestigen und als letzten Schritt das gesamte Chassis z.B. in schwarz glänzend oder seidenmatt spritzen. Hierbei ist natürlich zu beachten, dass die Gelenke der Vorderachse nicht mit Farbe verklebt werden. Dazu kann ein harzfreies Öl (z.B. Modelleisenbahn-Zubehör) verwendet werden, von dem in jedes Gelenk ein kleiner Tropfen gefüllt wird. Das Öl verhindert weitgehend ein Eindringen von Farbe bzw. vermischt sich mit evtl. eingetretener Farbe und verhindert so die Schwergängigkeit oder Erstarrung der Gelenke. Es versteht sich von selbst, dass man mit einer Airbrush (oder Spraydose) natürlich nicht so intensiv auf die Gelenke spritzt... sonst nützt auch der "Öltrick" nichts!

Kotflügel:

Genauso wie für die Vorderachse gilt auch für die hinteren Kotflügel, dass sie sehr labil sind, auch wenn sie recht realistisch nachgebildet sind. Sie halten daher aber kaum ihr Eigengewicht und brechen sehr leicht ab. Daher unbedingt erst ganz zum Schluß ankleben oder - wenn entsprechende Werkzeuge vorhanden - am besten gleich mit Stahldraht verstärken. Irgendwann brechen sie sowieso ab und müssen dann mühselig repariert werden.

Kotflügel (Klicken für hohe Auflösung, ca. 400 kB)

Reifen:

Der Ferrari-IVECO hat aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Wiederauflage handelt, bereits Gummireifen, wie sie in neuerer Zeit bei allen LKW-Bausätzen üblich sind. Italeri verwendet aber erst seit der Mitte der 90er Jahre solche Reifen und hat bis dahin die bei Modellbauern nicht sehr beliebten Kunststoffreifen (aus zwei Hälften verwendet), die bei Insidern auch lieblos als "Holzreifen" bezeichnet wurden. Da auch die Bausatzfelgen aus früheren Tagen des Modellbaus stammen, sind sie auf die Kunststoffreifen ausgelegt. An der Hinterachse lassen sich aber dennoch die beiliegenden Gummireifen problemlos aufziehen. Sie verrutschen auch kaum. Allerdings kann es an der Vorderachse dann ein Problem geben, wenn die für jüngere Versionen des TurboStar so typischen gerippten Alu-Felgen verwendet werden sollen, die auch dem Ferrari-Modell zwar beiliegen, aber (aus gutem Grund) nicht verwendet werden sollen. Stattdessen empfiehlt die Bauanleitung in Schritt Nr. 27 die Teile 93, also gewöhnliche Nutzfahrzeugfelgen. Allerdings fehlt - meiner Ansicht nach - einem echten TurboStar etwas, wenn er nicht seine typischen Felgen bekommt. Und so hilft die Anwendung eines Tricks, dass dennoch diese Felgen verwendet werden können: Das Problem beim Aufziehen der Gummireifen auf o.g. Felgen ist, dass sie nach außen (zur Nabenseite) herunterrutschen würden, weil dort ein umlaufender Wulst fehlt. Dieser kann durch einen sehr dünnen Kunstoffstreifen nachgebildet werden. Der Streifen sollte aus etwa 0,25 - 0,3 mm dünnem Polystyrol geschnitten werden und eine Breite von 1 mm nicht überschreiten. Der gut sortierte Modellbauhandel bietet von der Fa. Evergreen passende Profile an, z.B. die Nr. 102 mit den Maßen 0,25 x 1 mm. Die Länge des Streifens muß natürlich dem Felgenumfang entsprechen. Dieser Streifen wird in die Nut des Felgenhornes geklebt und füllt diese damit aus. Der Reifen hält so erheblich besser auf der Felge.

 Vorderrad (Klicken für hohe Auflösung, ca. 400 kB)   Motor (Klicken für hohe Auflösung, ca. 400 kB)