Magirus Deutz 360 M 19 Turbo (Magirus-Iveco)

"Der deutsch-italienische Baubulle"

Dem Modellbausatz Hersteller Italeri ist es zu verdanken, dass es ein Magirus-Iveco-Modell gab, das wie kein zweites die verschiedenen Teilbereiche der heutigen Iveco in einem Fahrzeug repräsentiert: Eine zweiachsige Sattelzugmaschine mit dem Fahrerhaus aus Fiat-Produktion (spätere T-Reihe), einem luftgekühlten (!) Deutz-V10-Turbomotor und dem zu dieser Zeit noch üblichen Mix in der Herstellerbezeichnung "Magirus-Deutz" bzw. "Iveco".  Nachdem Deutz aus dem Iveco-Verbund ausstieg, verschwanden auch deren Motoren aus den Fahrzeugbaureihen und wurden durch Fiat-Aggregate ersetzt.

Klicken für hohe Auflösung, ca. 200 kB

Der Italeri-Bausatz mit der Nr. 768 war von 1984-1987 auf dem Markt und damit nur relativ kurzzeitig erhältlich. Als Italeri den ersten Bausatz des TurboStar herausbrachte, wurde auch der Magirus vom Markt genommen.

Der Magirus 360 M 19 - Bausatz kostete damals knappe 40 DM. Berücksichtigt man die Exklusivität des Bausatzes, war dies absolut angemessen, immerhin mußte für dieses Modell extra ein neuer Motor entwickelt werden, während alle anderen Iveco-Bausätze den Fiat 8280.22 V8 erhalten haben. Ansonsten lehnt sich auch der Magirus-Bausatz stark an den bereits vorhandenen "Cowboy" an, hat also das gleiche Chassis und auch das Fahrerhaus ist bis auf Details nahezu identisch.

Der auf den Fotos sichtbare Kippsattelauflieger ist der "Gravel Trailer" ursprünglich von ERTL bzw. die limitierte Wiederauflage von 2002 von ERTL/amt. Da deren Bausätze im Maßstab 1:25 und nicht in 1:24 wie bei Italeri hergestellt werden, sind minimale Kompatibilitäts-Probleme zwischen Zugmaschine und Auflieger in Kauf zu nehmen.

   
Als Besonderheit wurde - so gut es ging - die Druckluftbremsanlage andeutungsweise nachgebildet. Luftschläuche und Leitungen zu Bremszylindern und zu den Luftkesseln sind vor dem Lackieren auf einfache Weise realisiert worden, in dem von Litzen aus dem Modelleisenbahn-Zubehör die Kuperseele entfernt und lediglich die Kunststoff-Isolierung verwendet wurde. Vorteil: diese sind sehr weich und daher flexibel, lassen sich mit Sekundenkleber gut verkleben oder auf kleine Drahtstückchen aufstecken. Und nicht zuletzt sind sie auch gut überlackierbar.

Die Sprialschläuche für den Aufliegeranschluß sind aus einadrigem, isoliertem Draht hergestellt.

   
Passend zu den im Bausatz beiliegenden Deco-Streifen bot sich ein grün-metallic Ton aus der noch Mitte der 90er Jahre von Revell erhältlichen "car metallics" Lackpalette an. Leider hatten diese Farbtöne meist die Eigenschaft, bestenfalls seidenmatt zu glänzen, wenn man sie nicht zusätzlich mit Klarlack überzog.
   
Auch die Sitzpolster sind der in den 80er Jahren üblichen Iveco-Farbgebung nachempfunden. Sportliche, von zwei Farben dominierte Streifenmuster waren besonders typisch.
   
Besonders in der Seitenansicht wird die sportliche Note des Fahrzeugs deutlich. Man beachte den Schriftzug "air cooled" unterhalb der Typenbezeichnung. Ein Detail, das man bei heutigen Truck-Bausätzen vermutlich vergeblich suchen würde.

Die hochgezogene Abgasanlage ist dem Truck-Zubehör-Kit von Italeri entnommen, genauso wie der oben teilweise sichtbare Besen als Bordwerkzeug.

Noch einmal ein Blick auf den Motor, der im Vergleich zu wassergekühlten Motoren schon wegen seiner 10 Zylinder recht wuchtig wirkt.